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Zweitgrößter
deutscher pharmazeutischer Auftragshersteller schließt sich mit amerikanischer
Investmentgruppe zusammen
Göttingen,
17. Februar 2000 (M&P). Die Pharbil Pharma GmbH, der zweitgrößte
deutsche pharmazeutische Auftragshersteller, schließt sich mit Wirkung
vom 1. Februar 2000 einer weltweit tätigen Investmentgruppe an. Global
Health Care Partners (GHCP) und Donaldson, Lufkin & Jenrette Merchant
Banking Partners II, L.P. (DLJMBP II) heißen die neuen Teilhaber,
mit denen sich die Pharbil Pharma GmbH über den Zusammenschluss geeinigt
hat. Mit Niederlassungen in Göttingen und Bielefeld bietet Pharbil
ein breites Spektrum an Darreichungsformen für Arzneispezialitäten
an. Das Angebot umfasst, neben allen Varianten von Tabletten, Mikropellets,
Sachets, Brausetabletten, Salben, Penicilline und Cephalosporine sowie
Entwicklungsservice, die Herstellung von Klinikmustern und Dienstleistungen
der Logistik.
Durch den Zusammenschluss wollen die drei geschäftsführenden
Gesellschafter der Pharbil-Gruppe, Manfred Falknowski, Dr. Hermann P.
Osterwald und Dr. Jörg Zillies, ihre Stellung auf dem europäischen
Pharmamarkt als Auftragshersteller stärken. "Wir sind sehr zufrieden,
ein Teil der strategischen Partnerschaft mit GHCP zu sein und freuen uns
darauf, ein europäisch tätiges Unternehmen zu entwickeln",
so Dr. Jörg Zillies, von der Pharbil Pharma GmbH. Maurice Wolridge,
Geschäftsführer der GHCP, fügt hinzu: "Wir sind glücklich,
mit Dr. Zillies und seinem Team diese Partnerschaft eingegangen zu sein.
Sie ist für uns das Fundament zur Entwicklung eines paneuropäischen
pharmazeutischen Kontraktherstellers, der in der Lage ist, den Produktionsbedürfnissen
der Industrie voll zu entsprechen."
Die Investmentgruppe GHCP wurde 1996 gegründet, um gezielte Investitionen
im Gesundheitssektor zu tätigen. Im Einklang mit ihrer Investment-Strategie
haben GHCP und die Bankgruppe DLJMBP II bereits Beteiligungen an den folgenden
Unternehmen erworben: Pharmaceutical Fine Chemicals S.A, Wilson Greatbatch,
Ltd., führender Hersteller von Batterien für Herzschrittmacher,
Oxford Health Plans, Inc., eine bedeutende Organisation im Gesundheitsmanagement,
Emergencias S.A., ein argentinisches Krankentransport- und Notversorgungsunternehmen,
sowie Charles River Laboratories, ein führender Anbieter von Versuchstieren
für die pharmazeutische Industrie.
Realisation von
Partnerschaften für ausreichend kritische Masse und globale Präsenz
Grundsätzlich stehen die Entwicklungsmöglichkeiten pharmazeutischer
Auftragshersteller laut Jörg Zillies im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsbedarf
vieler Unternehmen innerhalb ihrer traditionell umfangreichen, eigenen
Pharmaproduktion. Zillies sieht für Auftragshersteller von Arzneimitteln
eine gute Zukunft voraus.
Der Wettbewerb und die Veränderungen im Gesundheitssystem zwingen
viele Pharmaunternehmen zur Kostensenkung. Die Herstellungskosten, über
viele Jahre vernachlässigt, rücken wieder stärker ins Blickfeld
der Gesamtkostenstruktur. Der zunehmende Preisdruck und steigende Aufwendungen
- besonders für Forschung und Entwicklung - bewegen die Industrie
dazu, ihre Produktionsstrategie zu überdenken.
Die eigene Routineproduktion von Arzneimitteln gehört laut Zillies
für viele global tätige Pharmaunternehmen nicht mehr zu den
Kernkompetenzen. Vielmehr müssen diese sich auf die Erforschung und
Entwicklung neuer Medikamente und deren Vermarktung konzentrieren.
Die notwendige Konzentration auf Forschung und Vermarktung bei den Pharmaunternehmen
setze ein bisher nicht ausreichend verfügbares europäisches
Netzwerk effektiver und kompetenter Pharmazulieferer voraus, denen die
Herstellung übertragen werden kann. Solch ein Netzwerk stelle zugleich
die Voraussetzung für die notwendige Restrukturierung der Pharmaindustrie
dar, die ohne dies nur eingeschränkt handlungsfähig ist. Darin
lägen, so Zillies, auch die größten Chancen und Herausforderungen
für Auftragshersteller.
Diese Entwicklungen werden durch nachfolgende Beobachtungen bestätigt:
Zum einen sind nach Angaben der Consulting-Firma Technomark zwischen 1983
und 1998 in Europa 144 neue Lohnherstellungsunternehmen gegründet
worden, insbesondere nach Übernahmen und Fusionen durch Management
Buy-Outs. Zum anderen sind Firmen wie SmithKline Beecham, American Home
und Glaxo Wellcome bereits strategische Partnerschaften mit Auftragsherstellern
eingegangen, anstatt in die Erhaltung von Fertigungsstätten zu investieren
(Sonderdruck Arzneimittel-Zeitung Nr. 19, 3/1999).
Kritische Masse, globale Verfügbarkeit und klare Zielkriterien für
die Definition von Kerngeschäftsbereichen weisen zur Zeit bei den
meisten verfügbaren Auftragsherstellern deutliche Defizite auf. Wie
unzureichend die aktuelle Anbietersituation ist, zeigt auch das Ergebnis
einer Technomark-Untersuchung, nach der 87 Prozent von 300 befragten Firmen
insgesamt weniger als 50 Millionen Dollar umsetzten (Pharmaceutical Manufacturing
and Packaging 12/98, 8).
Generell gilt: Mit einer Wachstumsstrategie auf Basis der derzeitigen
Ausstattung und ohne europaweite Verfügbarkeit werden traditionelle
Auftragshersteller an ihre Grenzen stoßen. Langfristig werden nur
die Auftragshersteller bestehen, die bei gleichzeitiger Kostenführerschaft
die Produktionserfordernisse der Kunden rechtzeitig antizipieren. Diese
Herausforderung verlangt neue Kooperationen und Partnerschaften.
Spezielles Herstellungs-Know-how
für Arzneien und kundenorientierte Dienstleistung
Die Pharbil-Gruppe hat 1999 mit 320 Mitarbeitern rund 63 Millionen -Mark
erwirtschaftet. Das Unternehmen entstand im Januar 1992 als Management
Buy-Out des Rhône-Poulenc Rorer Produktions- und Logistik-Standortes
in Bielefeld. Die beiden Werke Bielefeld und Göttingen können
auf eine gut 50-jährige Erfahrung in der Arzneimittelherstellung
zurückblicken. Gemeinsam mit der in Berlin ansässigen Hauptgruppe
betreibt Pharbil seit Herbst 1998 ein Jointventure zur Herstellung von
Beta-Lactam-Antibiotika.
Die Pharbil Pharma GmbH zeichnet sich durch das spezielle Herstellungs-Know-how
für die unterschiedlichsten Arzneispezialitäten und Darreichungsformen
sowie durch kundenorientierte Dienstleistung aus. Mehr als 1.200 verschiedene
Produkte werden jährlich verarbeitet. Das Produktionsangebot für
Arzneimittel umfasst - neben allen Varianten von Tabletten - Mikropellets,
Sachets, Brausetabletten, Salben, Penicilline und Cephalosporine. Darüber
hinaus übernimmt Pharbil pharmazeutische und analytische Entwicklungen
und die Herstellung von Klinikmustern. Dienstleistungen der Logistik bietet
die zur Gruppe gehörende PP Pharma Logistik GmbH an.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
allphamed PHARBIL Arzneimittel GmbH
Dr. Hermann P. Osterwald
Telefon 05 51/3 82-1 05
Mayer & Partner
GmbH
Olga Mayer
Telefon 0 61 03/58 47 5
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